Hochfranken-Feuilleton
Alles ist erlaubt, nur keine Langeweile.  (Voltaire)

Optimismus unterm
Schwert des Damokles

Bei der Vorstellung des Spielplans für die Saison 2021/22 erinnert das Theater Hof daran, wie lange und wie eifrig es das Genre Musical schon pflegt, und kündigt eine weitere Uraufführung an. Ivo Hentschel kehrt als neuer Chefdirigent zurück.
















Von Michael Thumser

Hof, 16. Oktober – Mag sein, dass die Hoffnung zuletzt stirbt, wie man so sagt. Im Theater Hof lebt sie erst mal kräftig auf, und das gleich doppelt. Denn dass Techniker, Inszenierungsteams und Ensembles am 30. Oktober, zur Premiere von „Wiener Blut“, endlich mit dem Publikum in die so gut wie fertige, gleichwohl von Stadt und Generalunternehmer umkämpfte Schaustelle einziehen werden – davon gehen Intendant Reinhardt Friese, Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Kulturamtsleiter Peter Nürmberger derzeit aus. Garantieren freilich könnten sie nichts, räumen sie ein. Noch baumelt ein Schwert des Damokles über ihnen.

     Zum andern hofft Friese, spätestens ab Herbst 2021 wieder „mit großem Besteck“ ans Werk gehen zu können, also mit Chor, Ballettcompagnie und Symphonikern in voller Stärke. Optimistisch schaute er am Freitag im Foyer des Theaters in die Zukunft, als er der Presse kurz nach Beginn der laufenden Spielzeit bereits den Spielplan der kommenden vorstellte. Er hat Grund, sich mutig zu zeigen: Trotz Corona bleibe das Publikum treu. „Abonnements wurden kaum gekündigt, und momentan können wir gar nicht genug Vorstellungen anbieten, um die immense Nachfrage, auch nach Gastspielen außerhalb Hofs, zu befriedigen.“

     Wer ein Theater besucht, tuts nicht zuletzt, weil er sich als soziales Wesen unter seinesgleichen tummeln will. Indes weiß auch Friese vom „Rückzug vieler Menschen ins Private, in Blasen und Echokammern“ – ein bedenklicher Zug der Zeit. Sein Programm für 2021/22, „Künstler, Killer, Könige“ betitelt, will ergründen, wie Menschen miteinander umgehen, und an sie appellieren, „sich zu versammeln“, auch im Hofer Haus, nach der Pandemie, unter möglichst normalen Umständen. Dann wird nachgeholt, was auf die lange Bank geschoben werden musste, so die Strauß-Operette „Die Fledermaus“, Mel Brooks’ und Thomas Meehans Musical „The Producers“ und, als große Oper, „Lucia di Lammermoor“.

     Auf Letztere verweist Friese, weil Gaetano Donizettis populäres Werk eine der bedeutsamen musikdramatischen Frauengestalten der nächsten Saison enthält. Weitere derart schicksalsschwangere Damen bietet das (dann technisch auf den neusten Stand gebrachte) Große Haus mit Luigi Cherubinis „Medea“ auf – und mit „Helena Citrónová“; die erst im vergangenen Januar uraufgeführte Oper des Thailänders Somtow Sucharitkul erzählt die wahre Geschichte einer verbotenen Liebe in Auschwitz und wird in Hof zum zweiten Mal überhaupt produziert.

Theater Hof goes Broadway

Mit einem Seitenblick und –hieb auf ungenannt bleibende, aber erkennbar benachbarte Theaterunternehmen erinnert der Intendant daran, wie lang und eifrig gerade sein Haus das Genre Musical schon pflegt: „Kein deutschsprachiges Theater tut dafür so viel wie wir.“ Geradezu auf einem „Hochfranken-Broadway“ sei man mit den vergangenen vier Ur- und zwei deutschen Erstaufführungen unterwegs. 2022 steht eine weitere Weltpremiere an: Für „Jack the Ripper“ mit der Musik von Frank Nimsgern schrieb Friese selbst das Textbuch. Statt „blutrünstigen Splatters“ verspricht er „soziale Hintergründe“. Mit Astor Piazzollas Tango-„Operita“ „María de Buenos Aires“ und einem Studio-Abend sind die Tänzerinnen und Tänzer des Balletts wieder mit im Spiel, sofern sie dürfen, wie sie wollen.

     Zum Thema Musik stellt das Theater einen Neuzugang vor: einen Herrn, der schon mal da war. Ivo Hentschel, 2013/14 hierorts erster Kapellmeister, kehrt 2021 als Chefdirigent zurück. In Cottbus, Berlin, Schwerin tat er sich zwischenzeitlich um, wie er berichtet; nun freut er sich auf Hof, weil die hier breit aufgestellte Musiksparte „in Sachen Oper, Operette und Musical gleichbleibend lebendig ist, ohne Rangunterschiede gelten zu lassen“.

     Mit Uraufführungen lockt gleichfalls das Hofer Schauspiel. Ein Auftragswerk kommt von keinem Geringeren als Franzobel alias Franz Stefan Griebl, einem der zurzeit prominentesten Autoren Österreichs. Er greift den Hofer Hexenprozess gegen Anna Viehmann und ihre Hinrichtung im Jahr 1665 auf – ein Verweis auch auf digitale Hexenjagden heutzutage, wie Reinhardt Friese anmerkt. Zudem tut sich das Theater zum vierten Mal mit dem fleißigen Hofer Schriftsteller Roland Spranger zusammen: Von ehrgeizigen Frauen in der weitgehend patriarchalischen neurechten Szene soll die Produktion handeln. Klassisches kommt von William Shakespeare („Richard der Dritte“) und für Kinder hinzu (Otfried Preußlers immergrüner „Räuber Hotzenplotz“) – und, nach „Penthesilea“ und „Käthchchen“, neuerlich von Heinrich von Kleist: Man wagt sich an den „Prinzen Friedrich von Homburg“, ein Drama, das, weil unübertroffen poetisch, aber auch schlachtenlärmend preußisch-national, nicht oft gegeben wird. „Wiederentdecken“ wollen die Schauspielerinnen und Schauspieler Tennessee Williams („Die Nacht des Leguans“), Albert Camus („Caligula“) und Heiner Müller mit seiner „Hamletmaschine“ von 1977.

     Für Zuschauerinnen und Zuhörer heißt all das: Sie können was erleben – mit einem Spielplan, der wohl, wie Oberbürgermeisterin Eva Döhla lobt, „alle Begeisterungsgruppen“ anspricht. Wirklich darf es in Zeiten wie diesen aufseiten der Theaterleute wie des Publikums an Zuversicht und Enthusiasmus weniger fehlen denn je. Döhla: „Wir brauchen Unerschütterlichkeit.“




Ein Salat von Engelsbeinen

Dieter Richter ist mit „Fontane in Italien“ unterwegs. Der Vortrag des in Hof geborenen Literaturwissenschaftlers lässt keinen Zweifel daran: Dem „Mann des Nordens“ war sein Preußen lieber.

Von Michael Thumser

Hof, 14. Oktober – Ein Mann des Südens ist einem „Mann des Nordens“ auf der Spur, als der in den Süden reist. Kompliziert? Gar nicht, wenn Dieter Richter davon erzählt: von Theodor Fontane, der sich bekennend im Norden – in Berlin und der Mark Brandenburg, auch in England oder Schottland – deutlich wohler fühlte als in Italien. Gleichwohl verfügte sich der „große Reisende und große Reiseschriftsteller“ 1874 (und noch einmal 1875) dorthin, pflichtschuldig beinah.

     Umso lieber hält Dieter Richter, Germanist und erklärter Mann des Südens, sich dort auf. 1938 in Hof geboren, als Professor jahrzehntelang im Norden, in Bremen, lehrend, ist er als Kulturwissenschaftler, Völkerkundler und genießender Mensch zur Hälfte im „Süden“ zu Hause, einer Himmelsrichtung, deren Historie er 2009 in einem erfolgreichen, preisgekrönten Sachbuch nachvollzog. Die Stadt Amalfi verlieh dem Gelehrten die Ehrenbürgerwürde, der Staat Italien einen hohen Orden. Wer sollte dem preußischen „Mann des Nordens“ dorthin kenntnisreicher folgen?

     Richter spürt ihm, vor vierzig konzentrierten Zuhörerinnen und Zuhörern im vollbesetzten Saal der Hofer Münch-Ferber-Villa, in einem Vortrag nach, der einmal mehr die Vorzüge dieses notorisch fesselnden Experten ausbreitet: unerschöpfliches Wissen und unprätentiöses Auftreten, lebendige Rhetorik und verständliche Darstellung. Einer, der gründlich Bescheid weiß: Nicht nur, dass er, um sein Buch „Fontane in Italien“ zu schreiben, noch einmal alle Romane und Erzählungen des poetischen Realisten und realistischen Poeten durchlas, wie er einfließen lässt; er stöberte auch in den Briefen und Tagebuchaufzeichnungen sowohl des Schriftstellers wie seiner Frau Emilie.

     An ihrer Seite brach der 54-jährige Gemahl am 30. September 1874 in Berlin auf, um in der Eisenbahn, der für den späteren Romancier „großartigsten Erfindung unserer Tage“, über Verona und Venedig, Florenz, Rom und Neapel in die noch ziemlich frischgebackene Reichshauptstadt zurückzukehren. Genau fünfzig Tage waren die beiden fort, addiert Dieter Richter vor, ein Resümee des „großen Reisenden“ zitierend: „Trouble und Hetzjagd“, alles in allem, und immer zu wenig Zeit für die am Baedeker orientierten Besichtigungen von Fiesole, den Albaner Bergen, Capri … Den Fontanes erging es nicht anders, als es Touristen heute ergeht. Immerhin: „Was zu leisten war, war geleistet.“

Toscana, Venedig, der Lido  - „eigentlich langweilig“

Den Charakter des Preußen und des Erzählers Fontane erkennt Dieter Richter auch im „großen Reisenden“ wieder. Mit ihm sei ein „Skeptiker“ unterwegs gewesen, einer, der nur der subjektiven Anschauung, dem eigenen Urteil vertraut und dem beflissenen Enthusiasmus eines gedruckten Reiseführers gerne widerspricht. Denn er will sich prinzipiell „nicht faszinieren lassen“, weder von den Hügeln der Toscana oder der Fahrt zum Lido von Venedig, die Fontane „eigentlich langweilig“ findet, noch von Bildkunst, die man gefälligst für Meisterwerke zu halten hat. Fontane verweigert sich: „Ziemlich kalt“ lassen ihn vielbestaunte Gemälde etwa Tizians, Rafaels und anderer Zelebritäten, in denen er schon mal, „flott zusammengeschmiert“, einen „Salat von Engelsbeinen“ gewahrt.

     Als „Mann des Nordens“ an „Askese“ gewöhnt, unterzieht er sich mitsamt der Gattin der klassischen Bildungsreise wie einer „Arbeit“. Und die erledigt er nach eigenem Gutdünken: „Es kommt nicht auf die Masse des zu Schauenden an“, notiert er – und dürfte es heutigen Massentouristen so in die Stammbücher schreiben –, „wichtig ist: Das Auge darf nicht trübe sein.“ Geschärft ist Fontanes ganz unverschleierter Blick beinah ausschließlich fürs Historische: Dort, wo Landschaft als Erinnerungsort taugt, sieht seine Wahrnehmung sich angestachelt, am Trasimenischen See zum Beispiel, vernichtete doch Hannibal dort 217 vor Christus eine römische Armee. Dergleichen inspiriert den auch als Militärhistoriker namhaften Fontane weit mehr als ein ergreifendes Naturpanorama.

     So verwundert es nicht, dass er, mit Nationalstolz dem neuen deutschen, preußisch geführten, gegen Frankreich siegreichen Kaiserreich verbunden, „die Spree und die Müggelberge“ in Berlins Südosten dem schimmernden Golf von Neapel, dem qualmenden Vesuv vorzieht. Vor solchem Süden, das steht für Fontane fest, muss sich sein Norden nicht verstecken. Was ihn nicht hinderte, in seinem bedeutenden erzählerischen Schaffen, das nach der Rückkehr aus Arkadien den Anfang nahm, immer wieder auf die italienischen Reiseerfahrungen anzuspielen. Vier Belege nennt Dieter Richter, und jedesmal handelt sichs um eine Hochzeitsreise: die der tragischen Effi Briest und die der Ehefrau des Offiziers Schach von Wutenow, die erst als Witwe des Selbstmörders Rom besucht, dann die der sich emanzipierenden Melanie von Straaten aus „L’Adultera“ an der Seite ihres Geliebten – und schließlich die Hochzeitsreise des jungen Woldemar von Stechlin mit seiner Armgard, „die einzig gelungene“ unter den genannten. In jenem letzten und – nicht nur für den Vortragenden – schönsten Fontane-Roman ahnen die Eheleute eine magische Verbindung zwischen dem aufregend rauchenden Vesuv und dem weit weniger unruhigen, gleichwohl erregbaren Stechlinsee in der brandenburgischen Heimat – für Richter „ein wunderbares Bild für die globale Vernetzung der Welt“.



Unwillkürlich komponiert

Der Lido liegt in Hof: Moritz Holfelder zeigt in der Freiheitshalle Momentaufnahmen von den Rändern der Filmfestspiele in Venedig und dem „Strand des Kinos“.


Von Michael Thumser

Hof, 24. September – Krise ist, wenn die unvorstellbare Ausnahme zur goldenen Regel wird. Stell dir vor, es gibt Kultur, und nur ein paar Leute gehen hin: So ließe sich in diesen Monaten ein Aperçu von Carl Sandburg (das nicht von Brecht stammt) abwandelnd. Aus der wunderlichen ‚Vorstellung‘ wurde Wirklichkeit, weil Corona-Viren unsichtbar umherschwirren. Zwar gewöhnten wir uns an die Masken vor den Mündern; nun aber startet die Kultur in eine Wintersaison, während der Schauhallen, Musentempel, Kunstkneipen höchstens zur Hälfte von Besuchern bevölkert sein dürfen. Wo Menschen die Räume nicht selten bis zum letzten Platz füllten, bleiben derzeit Plätze aus Sicherheitsgründen mit Absicht frei, um notwendige Distanz zu schaffen. Das gabs noch nie, befremdet stark, und ob die Gäste sich daran gewöhnen werden, steht in den Sternen. In denen über Hof und denen überm Lido.

     Denn auch die dortige 77. Auflage der Filmfestspiele von Venedig habe heuer unumgänglich zur „Ausnahme“ werden müssen, teilte Katja Nicodemus am Freitag im großen Foyer der Freiheitshalle mit: Über Absperrungen vor den Kinopalästen und über unbesetzte Sitzreihen in ihnen berichtet die Zeit-Feuilletonistin – viel eingehender aber, und mit sympathisch privater Anschaulichkeit, darüber, wie es bei der Mostra und darum herum bis 2019 zuging. Beinah poetisch vergleicht sie das Weltfestival mit Hof, dessen Filmtage sie von wiederholten Besuchen gleichfalls kennt und wo sie nun als eloquente Rednerin hilft, eine Ausstellung mit Fotografien ihres bayerischen Kollegen Moritz Holfelder zu eröffnen. An der Saale fand Nicodemus eine ähnlich beiläufige Beschaulichkeit vor wie zwischen der „sonnendurchfluteten Vergänglichkeit“ der Lagunen-Bauten; dies „achselzuckende Eigenleben“ behalten beide Plätze als Regel bei, mag die Kinoprominenz, indem sie sich ein paar Tage lang scharenweise die Klinken in die Hand gibt, auch hier wie dort den Ausnahmezustand inszenieren.

     Den Lido schätzt die Kritikerin als „Sehnsuchtsort“, als einen „Ort der Bilder auch jenseits der Kinoleinwand“. Gerade da, mal mehr, mal weniger abseits vom roten Teppich, hat sich Moritz Holfelder im vorvergangenen Spätsommer aufgehalten, um als Fotograf tätig zu werden: am „Strand des Kinos“. Strand ist, wo das Meer aufhört und das Land noch nicht anfängt und andersherum; keine Grenze, sondern ein Bereich dazwischen. Hier trieb sich Holfelder mit offener Neugier, deshalb ohne festes Ziel herum. Keine gesucht hohe, elaborierte Lichtbildkunst brachte er mit, sondern fast ausschließlich attraktive Beispiele für die rasche Reaktion dokumentierender Reportage-Fotografie. Nicht mit jeweils zahllosen Aufnahmen versuchte er sich an seinen Motiven; er hielt drauf: auf Menschen, Gebäude und Räume, Wasser und Wolken, Bauzäune und Bagger …

Spannung und Nonchalance

Auf Menschen vor allem. Um die Beine einer überschlanken Beauté plustert sich das schneeweiße Gewölk eines Galakleids; in lächelnder Runde spielen ältere Männer Karten, halbnackt, mit dicken Brüsten; emsig treffen Straßenarbeiter und Reinigungskräfte letzte Vorbereitungen; unbeteiligt streckt sich ein junger Schläfer im Sand aus. An einer Wand des Hofer Festsaal-Foyers reihen sich Bilder vom Schauen aneinander: Leute, die durch ihre Gleitsicht- oder Virtual-Reality-Brillen blicken oder auf ihr Smartphon glotzen oder von einer Balustrade hinunter oder über Zäune hinweg linsen oder auf die Kinoleinwand starren; dazu Poser, die sich zur Schau stellen; massenhaft Pressefotografen, die aus einem Pulk heraus einen Star ablichten. Zu Themengruppen stellt die Ausstellung Momentaufnahmen zusammen, die als Schnappschüsse von zufällig aufgestöberten Sujets durchgingen, wirkten nicht die besten unter ihnen trotzdem wie unwillkürlich komponiert.

     Auf Kalenderblatt-Format beschränkt sich das meiste. Doch auch schöne Großformate sind zu sehen: „Wasser und Meer“ mit der ungeordneten Aufgeregtheit brandender Wellen; und, gleich daneben, „Hinter den Kulissen der Mostra“ mit den umso strengeren Lineaturen von luftigen Premierenfeier-Aufbauten und raumgreifenden Schatten am Strand. Viel Leichtigkeit und Spontaneität atmet die Atmosphäre der Bilder, zwischen denen sich ein Rhythmus aus erwartungsvoller Spannung und Nonchalance ergibt. Auf fünf von ihnen wird hintergründig zwar Großes und Gravierendes, die Kinowelt Bewegendes erwartet; gleichwohl drücken die Gesichter jüngerer und älterer Damen und Herren oder die klassizistische Fassade eines Palazzos die Haltung unbelasteter Gelassenheit aus. Es kommt, wies kommt, könnte die Serie heißen. „Ankunft“ heißt sie. 

     Abschied hingegen will auf einigen vermeintlich schwarz-weißen Aufnahmen die Farbe nehmen: Zwischen Grautönen gibt sie sich erst beim zweiten, genauen Hinsehen zu erkennen. Mit der Kultur in der Region soll es sich von jetzt an umgekehrt verhalten – wenn es nach dem Leiter des Hofer Kulturamts geht. Peter Nürmberger hat genug von den grauen Monaten (fast) ohne Theater, Konzerte, Ausstellungen. „Seit März“ war all das, wie er sagt, „einfach beiseite gewischt“. Das soll – und muss – endlich „Vergangenheit“ sein. Recht hat er. Erst die Allgegenwart von Kunst und Künsten, egal wie leicht, wie schwer, bringt Farbe ins öffentliche und ins private Leben, ob an der Lagune oder an der Saale. Das muss, trotz zwingender Ausnahmen, die Regel sein und bleiben. 

 Bis zum 27. November, Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr, und nach Vereinbarung. Eintritt frei.
Zur Veranstaltung im Netz: hier lang.